John Keats. Liebesbriefe an Fanny Brawne

John Keats 1819 von Joseph Severn (1793-1879)

John Keats 1819
von Joseph Severn (1793-1879)

Ich war noch nie verliebt. Aber seit zwei Tagen haben mich die Stimme und Gestalt einer Frau nicht mehr losgelassen –

Das schreibt John Keats (1795 – 1821), der große englische Romantiker, im September 1818 an einen Freund, wendet sich aber noch im selben Satz wieder seinem eigentlichen Lebensthema zu – dem Dichten und der Abstraktion.

In Keats‘ allzu kurzem Leben blieb nicht für vieles Zeit, nur für Gedichte und Gedanken und dann eben doch für die Liebe.Die Liebe traf ihn ganz unerwartet, und es entstanden Liebesbriefe an die schöne Nachbarin Fanny Brawne, deren Grundton fast von Beginn an hoffnungslos ist. Denn Keats‘ Gedichte brachten nicht genug Geld ein, auch nur ihn selbst zu ernähren, also konnte er sich keine Hoffnung auf eine Heirat mit Fanny machen. Und dann warf die Tuberkulose, die schon seinen Bruder 19jährig aus dem Leben gerissen hatte, auch ihn aufs Krankenlager.

Den Literaturhistorikern hat er eine Fülle großer Gedichte hinterlassen und uns – den gewöhnlichen Lesern – 37 Liebesbriefe, die auch nach 200 Jahren noch zu Herzen gehen.