„Die Tagebücher der Sofja Andrejewna Tolstaja“

Ab jetzt im Handel!

Zwei Bände (Bd. 1: 1862-1897, Bd. 2: 1898-1910), aus dem Russischen übersetzt von Rosemarie Tietze und Johanna Renate Döring-Smirnov.

„Es ist zwanzig Jahre her, dass ich – jung und glücklich wie ich damals war – dieses Tagebuch mit der Geschichte meiner Liebe zu Ljowotschka (lew Tolstoi) begann. Nun aber, zwanzig Jahre später, sitze ich schon die ganze allein hier, lese alles wieder und beweise meine Liebe. Denn es ist das erste Mal, dass Ljowotschka mich alleine lässt und in seinem Arbeitszimmer schläft. […] Mit erregter Stimme schrie er heute plötzlich, es sei sein sehnlichster Wunsch, die Familie zu verlassen. […] Ich flehe Gott an, er möge mich sterben lassen; denn seitdem ich fühle, dass ich Ljowotschkas Liebe verloren habe, weiß ich, dass ohne diese Liebe für mich das Leben unerträglich ist.“

Sofja Andrejewna Tolstaja (1844-1919) heiratete mit 18 Jahren den fast doppelt so alten, schon damals berühmten Schriftsteller Lew Tolstoi und lebte mit ihm 48 Jahre lang bis zu seinem Tod in einer hochkomplizierten Ehe.
In all diesen Jahren trug sie die ganze Last des praktischen Lebens, brachte 13 Kinder zur Welt, schrieb Tolstois Manuskripte ab, wurde seine Verlegerin und kämpfte beharrlich, verzweifelt und immer aussichtsloser gegen seinen Drang sich zu entfernen von ihr, der Familie, dem „gottlosen“ Leben überhaupt.

Ihre Tagebücher legen beredt Zeugnis ab von ihrem nicht einfachen Leben als Ehefrau eines Genies.

Nachdem sie jahrelang vergriffen waren, werden diese wichtigen Tagebücher in zwei Bänden endlich wieder vorgelegt.

Johanna Renate Dörning-Smirnov ist Slawistin und lehrte russische Literatur unter anderem an der Universität München. Sie beschäftigt sich vornehmlich mit der Kultur des 19. und 20. Jahrhunderts. 2010 kuratierte sie die Ausstellung Lew Tolstoi und Deutschland

Rosemarie Tietze übersetzt aus dem Russischen (Bitow, Gasdanow, Nabokov, Tolstoi u.a.), unterrichtet Übersetzen und hat den Deutschen Übersetzerfonds ins Leben gerufen. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Paul-Celan-Preis.